Corpus Christi - Fronleichnam

Schwieriger Titel. Spannendes Fest.

'Fronleichnam' bezeichnet in Übertragung aus dem Mittelhochdeutschen 'Leib des Herrn'. 

Es schließt zehn Tage nach Pfingsten die Reihe der Feste nach Ostern ab.

Jahreszeitlich bezeichnet es den Beginn des Sommers.

Wie im Frühjahr Feldumgänge und Umritte stattfanden, beginnt nun die Zeit der Reife, der Bittgänge und des Wettersegens.

Die Ernte wird reif. Gewitter- und Hagelgefahr nehmen zu. 

Das Jahr manifestiert sich.

Die Ernte verkörpert sich. Brot des Lebens. Geistige Gegenwart. Alltagsnahrung. 

Seine Essenz wird als Hostie durch die Stadt und durch das Land getragen, beides zu segnen.

Fronleichnam entstand im Lüttich des 13. Jahrhunderts. Zu einer Zeit als die Verbindung zum ländlichen Alltag abnahm und Brot kostbar wurde. 

Ein schönes, bezeichnendes Fest auf halben Weg zwischen Aussaat und Ernte. 

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Bingensis sieht seine Kernaussage vorab im Buch der Lebensverdienste, 3.Buch:
 

"Seht ihr mich denn nicht bei Tag und Nacht?
Seht ihr mich denn nicht, wenn ihr sät,
Regen die Saat tränkt, so dass alles wächst?

Die ganze Schöpfung strebt zu ihrem Schöpfer.
Da Einer sie gemacht, versteht er sie vollkommen.

Aber der Mensch ist Aufwiegler,
teilt seinen Schöpfer in mehrere Geschöpfe.

Wer schuf in Weisheit Kreisläufe und Schriften?
Sucht in ihnen, wer euch schuf."

Daher - Schönen Feiertag in die Runde!